SAND DER CAMARGUE

In der Camargue liegen die Weinberge in unmittelbarer Nähe zum Meer auf Sandböden. Sie sind aus den Sanddünen entstanden, die im Laufe der Jahrhunderte aus den Sandablagerungen von der Rhône „erschaffen“, und dann von Wind und Meer wieder abgetragen wurden.

Diese besondere Bodenbeschaffenheit war der Grund dafür, dass das Sandweingut in der Camargue in den 1860er Jahren nicht von der Reblaus-Invasion heimgesucht wurde. Die Reblaus ist eine Blattlaus, die die Wurzeln des Rebstocks angreift. Noch bis 1868 war sie in Frankreich unbekannt, doch danach richtete sie unglaubliche Schäden in den Weinbergen an, so dass die französische Weinproduktion in wenigen Jahren um die Hälfte bzw. ein Drittel des normalen Jahreswertes sank.

 
   
 

boden

 

Aus geologischer Sicht handelt es sich hier um Sandböden von der Rhône mit Einflüssen aus Meer und Luft. Die Sedimente wurden damals vom Fluss Rhône bis ins Mittelmeer transportiert, von wo aus sie durch Ost-West-Strömungen des Meeres weitergetragen wurden. Die größten Partikel wurden transportiert, setzten sich an der Küste ab, genauer gesagt in dem Gebiet zwischen der Spitze von Espiguette und Cap d\’Agde. Die Sanddünen bildeten sich parallel zur Küste. Heute unterscheidet man vier, die voneinander durch Seen getrennt sind.

Die Durchschnittshöhe beträgt ein Meter über dem Meeresspiegel, der Grundwasserspiegel schwankt zwischen 0,70 und 1,20 Metern Tiefe. Das Wasser ist – außer an der Oberfläche – sehr salzig, d.h. es gibt chemische Grenzen beim Eindringen der Wurzeln in die Tiefe (Reben reagieren auf Natriumchlorid), vergleichbar mit physischen Grenzen wie Felsen z.B. in der Champagne…

 
   
 

Klima

Aufgrund seines Breitengrades herrscht hier natürlich Mittelmeerklima. Allerdings beeinflussen die Nähe des Meeres und der Salinen von Aigues-Mortes dieses Klima und „ozeanisieren“ es: Die Temperaturen sind im Sommer frischer, d.h. die Durchschnittstemperatur beträgt im August 20°C.

Im Winter hingegen mildert der viele Regen das Klima ab und so gibt es kaum Temperaturen unter Null oder Frost im Frühjahr. Das ganze Jahr über wird die Luftfeuchtigkeit gemessen und eine ausreichende Feuchtigkeit sichergestellt. Die Rebstöcke leiden daher im Hochsommer nicht und entwickeln sich weiter. Dies stellt eine optimale Traubenreife und gutes Triebwachstum sicher. Die Regenmenge beträgt etwa 750 mm pro Jahr (v.a. Herbst).

 
   
 

Rebsorten-Wahl

Sie ist bei der Herstellung von Qualitätsweinen extrem wichtig. Mit der Wahl der Rebsorten kann der Winzer seinen Stil ausdrücken.

Man kann folgende Rebsorten unterscheiden:

  • Qualitätsrebsorten, die vom französischen Staat offiziell empfohlen werden:Carignan, Cinsault, Grenache, Ugni blanc…
  • Rebsorten von hoher Qualität: Cabernet-Sauvignon, Cabernet Franc, Chardonnay, Chenin, Merlot, Sauvignon, Syrah,…
 
   
 

rebe

Pflanzen

Im Allgemeinen werden auf einem Weinberg 3.200 bis 4.000 Rebstöcke pro Hektar gepflanzt: Diese Stockdichte ist günstig für die Traubenqualität, denn die Rebstöcke sind nicht so kräftig.

Damit maschinell gelesen werden kann, sind die Parzellen recht groß (durchschnittlich 20 ha). Es wird stets horizontal eingeebnet, denn die Böden sind sehr durchlässig. Um alle Parzellen herum sind Gräben angelegt, so dass das Regenwasser schnell ablaufen kann. Die Bodenbearbeitung erfolgt sehr traditionell, wobei komplett auf chemische Unkrautvernichter verzichtet wird.

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schädlingsbekämpfung

Sie werden so wenig wie möglich eingesetzt, um das biologische Gleichgewicht nicht zu zerstören. Nur die Messung der Luftfeuchtigkeit macht regelmäßige Behandlungen gegen den Mehltau, Botrytis und Oidium notwendig. Normalerweise muss man sich vor den tierischen Schädlingen auf der Traube, Milben, nicht fürchten. In allen Fällen wird man umweltverträgliche Produkte einsetzen, die wirkungsvoll die Schädlinge bekämpfen (Kupfer, die phytopharmazeutischen Produkte Folpel, Schwefel).

Rebschnitt

Er wird im Winter durchgeführt (Winterschnitt). Dabei wird das im Sommer gewachsene, nicht mehr benötigte Holz vollständig entfernt. Als Fruchtholz werden die gut ausgebildeten Triebe in Stammnähe gewählt. Die ausgewählten Ruten werden gekürzt, was später die Erträge limitiert und Grundlage für qualitativ hochwertige Weine ist.

 
   
 

Vinifizierung und ausbau

Während der Vinifizierung werden physische Prozesse eingeleitet, vorzugsweise chemische Prozesse (Zusätze), die den hygienischen und den geschmacklichen Wert des Weins verändern. Die Trauben der Domaines de Jarras werden ausschließlich in eigenen Kellern vinifiziert. Vom Weinberg bis zur Flaschenabfüllung ist die Domaine für die gesamte Produktion verantwortlich und stellt die Berücksichtigung hoher Qualitätskriterien sicher.

Vinifizierung der Vins blancs, gris und rosés

Die Methode ist einzigartig: Weißweine stammen aus weißen Trauben, aber die Vins gris und Rosés stammen aus roten Trauben mit weißem Saft. Der leichte Pressdruck auf die Trauben ist gerade ausreichend, dass der Saft abläuft. Er wird dann in große Behälter gepumpt, wo die Temperatur heruntergekühlt wird. Schließlich kommt die Maische in pneumatische Pressen oder traditionelle Korbkeltern, wo der Vorlaufmost abläuft (80 % des gesamten Saftes). Das verbleibende Lesegut kommt dann in moderne hydraulische Pressen, die den Pressmost erzeugen (20%), der farbintensiver und sowohl analytisch wie auch geschmacklich anders ist. Pressmost und Vorlaufmost werden nie gemischt.

 

 
   
 

rotweinbereitung

Hier werden dunkle Rebsorten mit hellem Saft verwendet (Cabernet, Syrah, Merlot…). Dank des Alkohols (klassische Maischegärung) bzw. dank der Hitze (Thermo-Vinifizierung) werden aus den Beerenschalen Farb- und Aromastoffe gelöst. Die Thermo-Vinifizierung gehörte lange Zeit zu den Besonderheiten der Domaines de Jarras. Sie werden folgendermaßen beschrieben:

Nach dem Entrappen (die Stiele bringen einen bitteren Geschmack) werden die Trauben auf etwa 70°C erhitzt. 10 Minuten wird diese Temperatur gehalten, die Trauben werden dabei in einem Gärbehälter in Bewegung gehalten. So geben die Beerenschalen ihre Farbe ab.

 
   
 

schaumwein-produktion

Die Schaumweine werden aus frischem Traubenmost hergestellt, der steril „gelagert“ wird. Der Traubenmost wird in Spezialtanks das ganze Jahr über vergoren. Die Gärung wird durch physische Prozesse gestoppt (Kühlung und Filtration), so dass das Endprodukt nur höchstens zwischen 2 und 3 Grad Alkohol enthält.

Der Schaumwein „Pétillant de Raisin“, eine isobarometrische Abfüllung, zeigt charakteristische erste Gäraromen, die sich durch eine große Finesse auszeichnen. Sein niedriger Alkoholgehalt und das Fehlen chemischer Zusätze machen aus diesem Schaumwein ein Qualitätsprodukt, das zu jeder Gelegenheit passt.

Die aromatisierten „Les Pétillant de Raisins“ (Pfirsich, Himbeere oder Apfel) resultieren aus den Schaumweinen plus natürliche Aromen. 

 
 

Abfüllung

Dies ist ein wichtiges Glied in der „Qualitätskette“.

Es wird vermieden, den Wein durch hohe Dosen erlaubter Zusätze zu verfälschen (z.B. Schwefeldioxid), sondern es wird auf physische Methoden zurückgegriffen.

Der Wein wird durch asbestfreie Platten gefiltert sowie durch Zellulose-Membranen, an denen noch vorhandene Trübteilchen und Mikroorganismen (Hefen und Bakterien) hängenbleiben. Die Filtration sorgt so für eine biologische Stabilität, die unerlässlich für gezuckerte Weine ist.

Neue Flaschen werden sicherheitshalber mit heißem Wasser ausgespült und die Korken werden steril verpackt angeliefert. Abfüllanlagen, die auf der Grundlage von Gas-Gegendruck arbeiten, werden eingesetzt. Der Freiraum zwischen Flüssigkeit und Korken enthält keinen Sauerstoff aus der Luft, sondern ein vorher festgelegtes Gemisch an Inertgas.

Nach der Etikettierung und Verkapselung werden die Flaschen in Kartons gefüllt, welche maschinell auf Paletten gesetzt werden. Strenge Laborkontrollen werden in jedem Stadium der Weinbereitung und Abfüllung durchgeführt.

 

 
 

verkostung

Nur mit der Verkostung kann ein Wein umfassend beurteilt werden. Zwei analytisch identische Weine können sich organoleptisch stark unterscheiden. In drei Schritten wird verkostet, angelehnt an die Sinnesorgane Auge, Nase, Mund.

Den Wein betrachten

Die Sichtprüfung beginnt mit der Betrachtung des Glases.
Man beurteilt zunächst die Klarheit des Weins, d.h. seine Transparenz, seine Reinheit.
Indem man die Oberfläche des Weines betrachtet, erkennt man seinen Glanz, seine Brillanz.
Die Reflexe, das Schimmern eines Weins zeigen seinen Säuregrad.
Je mehr Reflexe ein Wein zeigt, umso mehr Säure hat er und umso frischer ist er am Gaumen.
Die Farbe liefert Informationen über das Alter und den Körper des Weins.

Den Wein riechen

Zur Geruchsprobe hält man die Nase ins Glas.
Der erste Eindruck entspricht dem, was man die erste Nase nennt.
Dann sollte der Wein im Glas geschwenkt werden, so dass sich die flüchtigsten Moleküle lösen.
Ein zweiter Eindruck (oder zweite Nase) zeigt die frei gewordenen Aromen: Er ist stärker und konzentrierter. Durch das Schwenken ist es möglich, die Intensität und Fülle des Weins zu beurteilen

 
   

Champagne

Provence

Camargue

Portugal

 

Alkoholmissbrauch gefährdet die Gesundheit. Trinken Sie verantwortungsvoll.